Hauer: „Bei so einer Politik kann man nur rebellisch werden“  Das Wort Rebell war eigentlich schon aus der Mode gekommen. Jetzt werden wir tagtäglich damit konfrontiert. Per Live-Ticker werden wir kaum  darüber informiert, wie die Rebellen in Deutschland gegen den kalten Staatsstreich der Angela Merkel hinsichtlich des EU- Ermächtigungsgesetzes brav beim Bundesverfassungsgericht die Klinken putzen. Viel leichter verdaulich sind die Rebellen im fernen Libyen. Im Schutze der Nato-Kampf- Bomber eroberten sie in den letzten Wochen das Wüstenland mit den gerade erschlossenen riesigen fossilen Wasservorkommen. Dieser Krieg hat nach vorsichtigen Schätzungen bereits 25.000 Opfer gekostet. Es ist schon verblüffend, wie schnell der Tod von so vielen Menschen über die Lippen geht und gerechtfertigt wird. Dabei wird kaum danach gefragt was diese Rebellen eigentlich wollen. Dass sie gegen Gaddafi sind, ist noch nicht viel. Nachdem sich auch alle deutschen Politiker bis vor kurzem noch in den Wüstenzelten der Revolutionsführers herumgedrückt hatten, ist jetzt sowieso jeder gegen ihn. Was die Medien und die Politiker der Altparteien verschweigen: Diese Rebellen sind keine Demokraten sondern vor allem Islamisten, die jetzt ihre Stunde kommen sehen und sich für die freundliche Unterstützung der Nato-Kampf-Jets bedanken. Gerade gestern haben sie eine christlich-orthodoxe Kirche in Tripolis platt gemacht. In den so genannten befreiten Gebieten gilt jetzt Stammesrecht und Scharia. Das ist plötzlich auch für Berlin erstrebenswert. Verräterisch war vor einigen Tagen die Aussage des „Teamleiters Afrika und Naher Osten der Konrad Adenauer- Stiftung“, Hardy Osten. Der betonte in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk, dass es Gaddafi war, der die „divergierenden Kräfte und vor allem die Islamisten bis 2010 domestizieren und stillhalten konnte.“ Und gleichzeitig feiert seine Partei, die CDU, dass diese Islamisten jetzt die Macht übernehmen? Es geht hier nicht darum, Gaddafi in Schutz zu nehmen. Als deutscher Politiker habe ich nicht die Regierungsform anderer Länder zu bestimmen. Dass man aber auch noch die politischen Gruppen mit viel Geld fördern will, die uns dann später Schwierigkeiten machen, ist schon absurd. Während unter dem alten Regime wenigstens einigermaßen verlässliche Verträge zum Thema Migration ausgehandelt werden konnten, ist schon jetzt der Flüchtlingsstrom nach Europa enorm angewachsen. Das dürfte wohl kaum in deutschem Interesse sein. Sehen wir es doch einmal ganz nüchtern: Viele Kommunen leben in Deutschland unter einer Haushaltssperre, viele Familien wissen nicht, wie sie zum Schulanfang die Ausrüstung für ihre Kinder bezahlen sollen, aber es werden erstmal von den Politikern der Altparteien 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau eines Landes locker gemacht, das man gerade erst zerstört hat. Die Folgekosten der Auswanderung, weil die Menschen dann vor der Verfolgung der Islamisten nach Europa flüchten, ist damit noch gar nicht eingerechnet. Bei so einer Politik kann man nur rebellisch werden. 30.08.11